Filmreihe “Radikale Wirklichkeit”

"Bruchstücke einer deutschen Geschichte" und "Der Zweite Anschlag"
Dokumentarfilme

20:00-20:30 Uhr: Bruchstücke einer deutschen Geschichte
Suli Kurban. Deutschland/ Irak, 2017

Dokumentarfilm, 30 Min.

„Bruchstücke einer deutschen Geschichte“ entfaltet in Erzählsprüngen durch die Zeit eine sehr persönliche und gleichzeitig exemplarische Familiengeschichte in Deutschland. Der Film thematisiert die unmittel- und mittelbare Gewalt, mit der sich staatliche
Verwaltungen und Regularien in Biographien einschreiben, inmitten einer abstrakten Flüchtlingskrise. Dabei sucht der Film nach anderen, widerständigen Bildern und Erzählungen, die verdeutlichen, dass das Vergessen und Ignorieren dieser Gewalt eine politische Dimension hat.

20:45-21:50 Uhr: Der Zweite Anschlag
Mala Reinhardt. Deutschland, 2018

Dokumentarfilm, 62 Min.

Mit erschreckender Kontinuität wiederholen sich seit Jahrzehnten rassistisch motivierte Ausschreitungen, Angriffe und Morde in der Bundesrepublik Deutschland. Zuletzt in Hanau und Halle. Mit Blick auf diese mörderische Realitäten führt der Film die Geschichten der Betroffenen dieser Gewalt in einer vielschichtigen Erzählweise zusammen und eröffnet einen detaillierten Einblick in den Kampf migrantischer Communities gegen Rassismus in Deutschland.


Wenn die ganz normale Ordnung der Welt bestimmte Menschen systematisch marginalisiert, deklassiert, unterdrückt, diskriminiert oder gar tötet, dann gilt es, sich dieser Normalität aktiv zu widersetzen. Engagierte Filme können diese Widersprüche sicht- und hörbar machen, sie können kollektive Narrative der Dominanzgesellschaft ergänzen, in die hegemoniale Geschichtsschreibung intervenieren und eine Erinnerungskultur etablieren, die der postkolonialen Migrationsgesellschaft gerecht wird.

Die Filmreihe “Radikale Wirklichkeit” widmet sich eben solchen widerständigen Stimmen und Akteur*innen in Deutschland. Die Filmemacher*innen Diane Izabiliza, Nadiye Ünsal, Zerrin Güneş, Tijana Vukmirović, Suli Kurban und Mala Reinhardt übersetzen den Spruch „Nothing about us without us“ in gelebte Realität. In ihren Filmen ist die Perspektive der (post)migrantischen Gesellschaft sowohl vor als auch hinter der Kamera präsent. Sie dokumentieren generationsübergreifenden antirassistischen Widerstand, lokale Kämpfe und Erfahrungen von People of Color, Migrant*innen und Geflüchteten.

Ausgewählt und zusammengestellt von Tunay Önder