Eine Jugend in Deutschland

Stück für Schauspieler*innen und Puppen nach dem Roman von Ernst Toller
Regie: Jan-Christoph Gockel

Ernst Toller und seiner Generation wird ihre Jugend durch den Ersten Weltkrieg geraubt. Wütend und mit verzweifeltem Mut versuchen sie 1918/19 einem verwüsteten Land eine politische und menschliche Perspektive zu geben. In München wird 1919 die Räterepublik ausgerufen. Die Versammlung von 50.000 Körpern erstreitet im öffentlichen Raum demokratische Rechte, formuliert vorher nie Gedachtes. Doch die Versuchungen des Totalitären sind zu groß. Das Neue krepiert. Die Inszenierung sichtet die Flaschenpost einer ungeheuerlichen Vergangenheit und verknüpft sie mit der brandaktuellen Frage von revolutionären Versuchen heute, in Belarus und anderswo. Jan Christoph Gockel spürt im Prinzip einer sechsteiligen Serie Tollers rastlosem Künstlerleben nach und wirft mit einem Mashup aus Puppenspiel, Film, Schauspiel und Musik einen Blick auf Tollers vergessenes Gesamtwerk.

With english surtitles

Hinweis: Es kommen stroboskopartige Effekte zum Einsatz

Preise: 35 und 25 Euro

Vor der Vorstellung am 8.11. wird es ein Hintergrundgespräch zur Inszenierung mit Dieter Distl (Ernst-Toller-Gesellschaft) geben. Für das Hintergrundgespräch und die Vorstellung am 8.11. gibt es ein Kombiticket, das Sie an der Theaterkasse telefonisch reservieren oder persönlich kaufen können.

Digitales Programmheft: neben der Besetzung laden wir Sie ein, Ausschnitte der Einleitung und des letzten Kapitels von "Eine Jugend in Deutschland" zu lesen, ein Podcast-Interview zwischen der Dramaturgin Viola Hasselberg und dem Regisseur Jan-Christoph Gockel zu hören, sich über den Einfluss der Münchner Räterepublik auf den Antisemitismus der 1920er Jahre (Essay von Michael Brenner) zu informieren, eine Rede des Bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner nachzulesen und einiges mehr. Zum Digitalen Programmheft.

Schauen Sie sich auch die digitale Einführung an. Die Dramaturgin Viola Hasselberg berichtet über den Rechercheprozess, die Parallelen der Toller-Zeit und heute und was es mit dem toten Klassenzimmer auf sich hat.


Mit— André Benndorff, Sebastian Brandes, Julia Gräfner, Walter Hess, Gro Swantje Kohlhof, Bekim Latifi, Michael Pietsch, Leoni Schulz, Martin Weigel
Regie— Jan-Christoph Gockel
Bühne— Julia Kurzweg
Kostüme— Amit Epstein
Musik— Anton Berman
Video und Live-Video— Lion Bischof
Lichtdesign— Christian Schweig
Inszenierung— Jan-Christoph Gockel
Puppenbau— Michael Pietsch
Dramaturgie— Viola Hasselberg