Heldenplatz

nach Thomas Bernhard
In einer Fassung mit neuen Texten von Falk Richter

Wann ist der Zeitpunkt gekommen, sich in Sicherheit zu bringen und das Land zu verlassen? Thomas Bernhards letztes und skandalträchtigstes Theaterstück über den Suizid eines jüdischen Intellektuellen in Wien ist ein wütender, verzweifelter Text über den untoten Ungeist des Faschismus. Ein Werk von bitterster Komik und gespenstischer Virulenz in Zeiten, in denen Antisemitismus, Rechtsterrorismus und Ausgrenzung von Minderheiten in Europa wieder beängstigende Konjunktur haben. Bernhard räumte mit dem bis in die 80er Jahre verbissen gepflegten Mythos von Österreich als „erstem Opfer der Nazis“ auf und brachte damit das Selbstbild eines ganzen Landes ins Wanken. Falk Richter konfrontiert diesen modernen Klassiker mit seiner Analyse der deutschen Gegenwart: Nach Jahrzehnten kontinuierlicher Gewalttaten gegen jüdische Einrichtungen in Deutschland, spätestens mit den antisemitischen und rassistischen Anschlägen von Hanau und Halle, erweist sich die „vorbildlich bewältigte Vergangenheit“ der deutschen Gesellschaft endgültig als Phantasma.

Mit— Erwin Aljukić, Bernardo Arias Porras, Katharina Bach, Thomas Hauser, Anne Sophie Kapsner, Annette Paulmann, Wolfgang Pregler, Wiebke Puls, Edith Saldanha, Jeanette Spassova
Regie— Falk Richter
Bühne— Wolfgang Menardi
Kostüme— Amit Epstein
Musik— Matthias Grübel
Licht— Jürgen Tulzer
Video— Lion Bischof
Dramaturgie— Tobias Schuster
Regieassistenz— Joël-Conrad Hieronymus
Bühnenbildassistenz— Leonard Mandl
Kostümassistenz— Florian Buder
Inspizienz— Barbara Stettner
Soufflage— Jutta Ina Masurath, Sandra Petermann
Regiehospitanz— Pia Koller
Kostümhospitanz— Helena Katzwinkel
Produktionsleitung Technik— Jonas Pim Simon
Produktionsleitung Kunst— Victoria Fischer, Daniela Schroll